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Bald oder: Mal PR ausprobieren

admin am 5. February 2010 um 6:18 pm

Prolog: Zusammen mit der Pressestelle der Allianz haben wir im Frühjahr 2009 einen kleinen PR-Gag produziert. Für die Hauptversammlung in München haben wir eine Bald-Zeitung entworfen, und zwar im Stil der Bild-Zeitung. Zusammen mit Sebastian habe ich unter anderem Regierungssprecher Ulrich Wilhelm und Torsten Albig, Sprecher des früheren Finanzministers Per Steinbrück, interviewt. Das Thema: Kommunikation in der Krise. Am besten gefällt mir die Headline: „BALD fragt die Hiobsboten“. Die haben wir übrigens nicht zum Gegenlesen nach Berlin geschickt. Ging zum Glück gut. Ich will mehr »

Wirtschaftsberichterstattung I oder: Die Krise nervt etwas

admin am 5. February 2010 um 5:22 pm

Prolog: Ein kleiner Artikel über das Leiden der Studenten in Zeiten der Wirtschaftskrise kommt jetzt hier. Das Jahr 2009 auf der DJS zu verbringen war einerseits toll – andererseits auch besonders anstrengend. Toll, weil man keinen Job suchen musste in einem Arbeitsmarkt, in dem es krisenbedingt einfach keine Jobs gab. Und anstrengend, weil sich krisenbedingt enorm viele Artikel und Beiträge zwangsläufig mit, nun ja, der Krise beschäftigen mussten. Hier kommt einer, der mich bei der Recherche viel Zeit gekostet hat. Ich will mehr »

Sportjournalismus oder: Namenswitze sind tabu

admin am 20. December 2009 um 4:55 pm

Prolog: Drittligaspiel in Unterhaching. Ein paar müde Zuschauer, viele Möchtegern-Hools und deswegen noch mehr Polizei. René Hofmann von der Süddeutschen Zeitung meinte zu meiner Überschrift: Namenswitze sind bei der SZ tabu, tabu, tabu. Schade, denn finde den Joke eigentlich recht witzig. Ich will mehr »

Feature oder: Wie kam ich denn auf dieses Thema?

admin am 20. December 2009 um 4:42 pm

Prolog: Interessant, ich frage mich über ein halbes Jahr später, wie ich denn nur dazu kam, über Betriebskindergärten zu schreiben. Hm. Egal. Gutes Thema. In jedem Fall vielen Dank an Chris Bleher, der erste Mensch, der mir plausibel den Unterschied zwischen einer Reportage und einem Feature erklären konnte. Jeder, der sagt, dass es keinen Unterscheid gibt, lügt. Das Feature hat für mich etwas mathematisch-analytisch-strukturelles. Im Gegensatz zur Reportage habe ich hier das Gefühl, beim Schreiben weniger innere Kämpfe um Stimmungen, Szenen oder Formulierungen mit mir austragen zu müssen. Ich will mehr »

Glosse oder: Was heißt “degoutant”?

admin am 1. November 2009 um 10:41 pm

Prolog: Kurz vor dem Versuch, eine Glosse aufzuschreiben, fühlt man sich ein bisschen so, wie jemand, der in einem vollen Aufzug steht und dazu gezwungen wird, einen Witz zu erzählen. Die Situation ist unangenehm, eng, es liegt eine Art Druck in der Luft. Dieser Jemand weiß nicht genau, wie er es tun muss aber er muss es tun. Er ist sich sicher, dass jeder Spruch verdammt dämlich ankommen wird, und trotzdem wird einer raus gelassen. Absurd. Wer es aber im Aufzug schafft, wirklich komisch zu sein, der ist super, und der kann auch ganz sicher tolle Glossen schreiben. Jetzt kommen zwei von mir. Die erste über Herrn Steinbrück war Wolfgang Görl von der Süddeutschen Zeitung „etwas zu degoutant”. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich nach der Stunde zu ihm bin und gefragt habe, was denn bitteschön „degoutant” heißen soll. Für die zweite Glosse habe ich mir tagelang mit meinem Bruder Philipp überlegt, was Scheichs der Marke Opel alles antun könnten. Am Ende sind uns so viele Drehs eingefallen, dass ich es im Text komplett übertrieben habe. Egal. Das war schönes Kopfkino. Ich will mehr »

Politische Berichterstattung oder: Vize-Dasein

admin am 26. September 2009 um 4:39 pm

Prolog: Der Besuch im bayerischen Landtag war grotesk. Wir saßen bei einer todeslangweiligen Haushaltsdebatte und keiner von uns verstand irgendwas. Dazu herrschte im Saal eine lockere Small-Talk-Stimmung. Keiner hörte den Typen am Holzpult zu, höchstens, wenn sie der eigenen Frkation angehörten. Wahnsinn. Die einzige Rettung war für uns das Abgeordneten-Buch, über das man sich weißhaarige Köpfe plus mittelspannende Lebensläufe von Politikern reinziehen konnte. Was für ein Job, dort jeden Tag zuzuhören und später vor einem sowas von leeren Notizblock zu sitzen. Viel besser war da das Gespräch mit Franz Maget, der kam für eine Stunde in die DJS und erzählte über sein Vize-Dasein. Ich will mehr »

Gerichtsreport oder: Verdammt cooler Job

admin am 6. September 2009 um 4:53 pm

Prolog: Kürzlich habe ich mich mit Nina über Gerichtsjournalismus unterhalten. Wir fanden raus, dass das wirklich ein verdammt cooler Job ist. Einfach dransitzen. Einfach zuschauen. Dann einfach aufschreiben. Und zwar die abartigsten Geschichten der Welt. Hier kommt eine davon. Bettina Link vom Merkur meinte vor dem Gerichtssaal noch: „Wer heute Nacht schlafen will, sollte lieber in den Betrugsprozess da drüben gehen.” Ok, das war keine Übertreibung. Ich will mehr »

Die Übungszeitung oder: Der Wille zum Wahnsinn

admin am 6. September 2009 um 4:31 pm

Prolog: In der Mitte der Printausbildung stehen sechs Tage Übungszeitung an. Drei Tage Qualitätszeitung. Drei Tage Boulevardzeitung. Jeden Tag haben wir drei bis vier Zeitungsseiten produziert. Hier die Seite eins unserer letzten Boulevardausgabe. Ein riesiges Aufmacherbild, wie ich finde. Zusammengeschraubt in Photoshop. Herr Große-Heitmeyer von der tz, ein unglaublich aufmerksamer Gegenleser übrigens, fand dafür ein schönes Lob. Und sein Kommentar zum Hund unten links: „Ganz und gar herzerwärmend”. Seitdem versuche ich, das Wort „herzerwärmend” in meinen Sprachschatz aufzunehmen. Und Mandy gefiel ihm auch besser als Kim Jong Il, den wir tags zuvor auf die erste Seite hievten. Diesen „Irren, Spinner, Wahnsinnigen…”. Was mir sonst noch in Erinnerung bleibt: Als sich Che, Sebastian und ich mal um eine Überschrift gestritten haben - sie sollte natürlich möglichst boulevardmäßig sein - meinte der Che zu Sebastian: „Dir fehlt einfach der Wille zum Wahnsinn.” Schöner Spruch. Ich will mehr »

Lokaljournalismus oder: Frau Bierbaumer geht voll drauf

admin am 6. September 2009 um 3:42 pm

Prolog: Ich erinnere mich, dass mir die Recherche zu diesem Text unglaublichen Spaß gemacht hat. Toll war vor allem die Chefin von XXXLutz an der Theresienwiese. Frau Elfriede Bierbaumner. Ihr Lippenstift war so dezent aufgetragen, als hätte sie morgens ein Bauarbeiter geschminkt. Ich weiß noch ganz genau, wie sie sagte: „Du musst immer voll draufgehen auf den Kunden. Gewinnspiele. Rabataktionen. Werbung. Immer voll drauf.” Der Text ist mir gut gelungen. Michael Backmund von der Abendzeitung war ein erbarmungsloser Lehrer, hat jeden Überschriftenvorschlag meinerseits mit einer Runzelstirn beantwortet. Ich will mehr »

Interview oder: Alle in schick

admin am 13. June 2009 um 11:41 am

Prolog: Es war ein komplett verglaster Aufzug, mit dem wir in die 57. Etage des Roland-Berger-Imperiums emporgerauscht sind. Irgendwo im Münchner Norden. 15 Journalistenschüler mit angepasstem Outfit haben den Personalchef der Unternehmensberatung, Per Breuer, eineinhalb Stunden lang das Diktiergerät unter die Nase gehalten. Der lobte uns am Ende zwar; wir wären inhaltlich gut vorbereitet gewesen. Doch versuchte Herr Breuer nicht zu verbergen, dass er unsere Fragen zur Wirtschafts- und Finanzkrise etwas lächerlich fand. “Netter Versuch, Leute!” Stimmt schon, wir zwangen ihn nicht, seine Krawatte zu lockern. Dafür haben wir ihm wenigsten die Schnittchen weggevespert. Meiner Meinung nach war die Essenz des Gesprächs das, was hier kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass das Interview in einem Magazin in der Rubrik “Studium und Beruf” erscheint. Die Zielgruppe wären Schüler und Studenten, die sich beruflich orientiern wollen. Ich will mehr »